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So gelingt die Jobsuche mit Behinderung

Du möchtest dich auf einen Job bewerben? Bist dir aber nicht sicher, wie du mit dem Thema Behinderung im Bewerbungsprozess umgehen sollst? Diese Tipps sollen dir helfen, dich und deine Behinderung passend darzustellen. Behinderungen sind sehr vielfältig und individuell, genauso wie die Persönlichkeit. Daher geben wir hier allgemeine Tipps, die als Denkanstöße zu verstehen sind.

1. Zeig was du KANNST!

Strichmännchen streckt einen Finger in die HöheStelle deine Fähigkeiten und Stärken in den Vordergrund. Dann sieht sie auch dein Gegenüber. In der Vorbereitung helfen dir folgende Fragen, „Was kann ich gut? Wo liegen meine Stärken? Was kann ich einbringen?“

Gib deiner Behinderung im Bewerbungsgespräch nur so viel Raum, wie nötig. Deine persönliche Krankengeschichte hat im Lebenslauf und im Bewerbungsgespräch nichts verloren. Sehr wohl solltest du sachlich ansprechen, welche Auswirkungen deine Behinderung hat, wenn dies für den Job relevant ist. Sprich gleichzeitig die Lösung (Spezialbeleuchtung, Sprachsteuerung, Nutzung einer induktiven Höranlage, Gleitzeitregelungen etc.) an.

 

2. Lass dich BERATEN!

Zwei Strichmännchen die miteinander sprechen. In einer Sprechblase ist ein Fragezeichen. Es gibt viele unterschiedliche Behinderungen und viele unterschiedliche Ausbildungswege. Daher gibt es auch viele unterschiedliche Beratungsstellen zum Thema Arbeit und Behinderung.

Wende dich an eine passende Stelle, z.B. an eine Arbeitsassistenz. Sie bespricht mit dir deine Bewerbungsunterlagen, hat Tipps zu passenden Unternehmen und manche begleitet dich auch beim Berufseinstieg und einige Zeit danach.
Die Beratung durch Arbeitsassistenzen ist vertraulich und kostenlos.
Gerne verweisen wir dich an die richtige Beratungsstelle: Schreib einfach an myAbility.jobs. Eine Liste mit allen Arbeitsassistenzen findest du auch auf Netzwerk Berufliche Assistenz

 

3. Entscheide bewusst wie, wann und ob du über deine Behinderung SPRICHST!

Zwei Strichmännchen die miteinander sprechen. In der Sprechblase ist ein Rollstuhl-Zeichen. Es gibt verschiedene Meinungen, ob die Behinderung im Bewerbungsschreiben (auch Motivationsschreiben genannt) erwähnt werden soll. Viele sagen nein. Vor allem, wenn es um eine nicht sichtbare Behinderung (z.B. chronische Erkrankung) geht.

Bei myAbility.jobs ist das anders. Unternehmen, die auf myAbility.jobs Stellen schalten, sind offen für BewerberInnen mit Behinderung. Wir raten daher, die Behinderung kurz zu erwähnen. Bei Jobs, die du auf myAbility.jobs Jobsuche gefunden hast, kannst du zum Beispiel schreiben „Ihre Stellenanzeige habe ich über die Jobplattform myAbility.jobs gefunden. Ich gehöre der von Ihnen angesprochenen Zielgruppe der Jobsuchenden mit Behinderung an."
Wenn du zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen wirst, kannst du immer noch Details klären, wenn das erforderlich ist. Zum Beispiel kannst du darum bitten, dass für das Gespräch ein barrierefrei zugänglicher Raum ausgewählt wird oder dass du Informationen auch in Großdruck erhältst – je nachdem, was du benötigst. So könnt ihr euch dann voll auf das Bewerbungsgespräch konzentrieren.

 

4. Sei dein eigener EXPERTE / deine eigene EXPERTIN!

Ein Sprichmännchen zeigt auf ein Board mit SymbolenDu kennst dich mit deiner Behinderung am besten aus. Das macht dich zur ExpertIn in eigener Sache. Falls erforderlich, kannst du dir zusätzliche Beratung bei einer Technischen Assistenz holen. Dann kannst du dich über die neuesten technologischen Möglichkeiten (z.B. Sprachsteuerung, Hörunterstützung, Spezialleuchten, Spezialsoftware etc.) informieren. Möglicherweise kann sich dein Gegenüber deinen Arbeitsalltag nicht vorstellen. Erzähle daher kurz und sachlich, was du benötigst, um gut arbeiten zu können.

Zur Vorbereitung auf das Gespräch kannst du für dich folgende Fragen beantworten: „Welche Vorurteile könnte es geben?“ und „Wie kann ich diese ausräumen?“
Ein Beispiel: Ein zukünftiger Vorgesetzter glaubt, jemand mit einer Sehbehinderung kann nicht am Computer arbeiten. Hier kannst du aktiv erklären, dass es technische Möglichkeiten gibt (z.B. Vergrößerungssoftware, Sprachausgabe, Braillezeile), um barrierefrei am Bildschirm arbeiten zu können. Erwähne auch, dass derartige Hilfsmittel in der Regel vom Sozialministeriumservice bezahlt werden.

 

5. KENN dich AUS!

Ein Strichmännchen liest ein Buch mit Paragraphen auf dem Einband. In Österreich gibt es verschiedene Gesetze, die regeln, was bei der Einstellung von MitarbeiterInnen mit Behinderung zu beachten ist. Außerdem gibt es viele unterschiedliche Förderungen. Und es gibt Unterschiede zwischen einem Behindertenpass und einem Feststellbescheid (Begünstigtenstatus).

Nicht alle Unternehmen kennen sich da gut aus. Informiere dich daher selbst oder bei deiner Arbeitsassistenz über die verschiedenen Möglichkeiten. Auch im Internet gibt es gute Informationsquellen, z.B. auf myAbility.jobs, auf www.arbeitundbehinderung.at oder auf den Seiten des Sozialministeriumservice.
Wenn du Bescheid weißt, kannst du diese Information auch beim Bewerbungsgespräch erwähnen.
Für Unternehmen ist es natürlich gut, das Behinderteneinstellungsgesetz einzuhalten und Förderungen zu nutzen. Dies kann Unternehmen dazu motivieren, sich bewusst für BewerberInnen mit Behinderung zu entscheiden, wenn diese die richtige Qualifikation mitbringen.

 

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